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Baubewilligung für den Bahnhof Trogen

Die Baubewilligungs- und Planungskommission Trogen hat an ihrer letzten Sitzung den Abbruch und Neubau des Bahnhofs Trogen bewilligt. In einer gründlichen Interessenabwägung hat die Kommission die wirtschaftlichen, verkehrstechnischen und gesellschaftlichen Anliegen höher gewichtet als die künstlerischen und historischen des bestehenden Bahnhofs. Das geplante Gebäude mit einer Tiefgarage, einem Sockelgeschoss und drei Obergeschossen passt sich aus Sicht der Kommission gut ins Ortsbild ein. Mit dem renommierten Vorarlberger Architekten Bernardo Bader haben die Appenzeller Bahnen sichergestellt, dass an dieser prominenten und zentralen Lage im Dorf mit einer ästhetischen Gestaltung des Gebäudes und des Platzes ein würdiger Ersatz für das heutige Bahnhofgebäude entsteht.

Im Herbst 2017 haben die Appenzeller Bahnen das Baugesuch für ein viergeschossiges Gebäude und einen neu gestalteten Bahnhofplatz eingereicht. Die Bahnschienen und das Gebäude werden auf das Niveau der Kantonsstrasse gesetzt. Damit entsteht ein insgesamt grosszügigerer Strassenraum zwischen dem Bahnhofgebäude und der gegenüberliegenden Häuserzeile. Im Erdgeschoss ist eine Gewerbefläche vorgesehen, die sich für einen Laden und/oder ein Restaurant eignet. Das Erdgeschoss ist gegenüber den oberen Geschossen zurückversetzt, sodass witterungsgeschützte Warte- und Umsteigebereiche entstehen. Im Sockelgeschoss dominieren Beton und Glas, während die Obergeschosse in Holz gebaut werden. Im 1. Obergeschoss gibt es Gewerbeflächen, die sich beispielsweise für Büros oder Arztpraxen eignen. Im 2. und 3. Obergeschoss sind zehn Wohnungen geplant. Im Untergeschoss entsteht eine Tiefgarage, die über einen Autolift erreichbar ist.

 

Mit dem geplanten Einbahnregime und der Senkung des Platzes auf das Niveau der Kantonsstrassen wird für alle Verkehrsteilnehmenden eine übersichtlichere und sicherere Situation geschaffen. Die Postautos können ohne Kreuzen der Gegenfahrbahn ein- und ausfahren, die Umsteigesituation zwischen Bus und Bahn ist direkt und witterungsgeschützt, das gesamte Gelände sowie die Ein- und Ausstiege werden hindernisfrei gestaltet, die Fussgängerverbindungen sind sicher und eindeutig vom rollenden Verkehr getrennt. Kurzzeit-Parkplätze für die Vorfahrt und für Shop-Kunden stehen auf dem Gelände zur Verfügung. Das kantonale Tiefbauamt hat die verkehrstechnischen Aspekte des Projekts bewilligt und die Einsprachen zum Verkehr abgelehnt.

Gegen das Baugesuch wurden acht Einsprachen, davon zwei Sammeleinsprachen, eingereicht. Mehrere Einsprachen betrafen den grundsätzlichen Erhalt des heutigen Bahnhofgebäudes aus historischen Gründen, die Gebäudehöhe, das Volumen, die Einpassung in die Umgebung, den Lärm, den Schattenwurf sowie den Verkehr. Mit den Einsprechern wurden Augenscheine und Einspracheverhandlungen durchgeführt. In der Folge wurden zwei Einsprachen zurückgezogen. Die Baukommission hat zur Behandlung des Gesuchs und der Einsprachen verschiedene Expertisen eingeholt. So wurde von der Eidgenössischen Kommission für Denkmalschutz und der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission ein Gutachten eingeholt. Delegationen der beiden Kommissionen wurden dafür in Trogen begrüsst. Zudem hat die Baukommission eine Grundstückbewertung des Hauseigentümerverbands, ein Lärmgutachten sowie ein Schattendiagramm eingeholt. Zur Beurteilung der ortsbaulichen Situation wurde ein grosses Modell von der Kantonsschule bis zum Berg und zum Schopfacker erstellt. In die architektonische und städtebauliche Beurteilung sind die Einschätzungen des kommunalen Ortsbildberaters und der kantonalen Denkmalpflege eingeflossen.

Nach dieser umfassenden Würdigung sämtlicher Aspekte ist die Baukommission zum Schluss gekommen, dass das eingereichte Neubauprojekt mit Auflagen bewilligt werden kann und der heutige Bahnhof abgebrochen werden darf, sofern das Neubauprojekt finanziell gesichert ist

 

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