Gemeindemitteilung zum Parteiengespräch 2026
Der Gemeinderat Trogen hat am 8. Dezember 2025 die Öffentlichkeit über den Rücktritt von zwei Mitgliedern des Gemeinderats informiert. Die SP Trogen hat daraufhin am 26. Dezember 2025 via Medienmitteilung Fragen an den Gemeinderat gerichtet. Der Gemeinderat hat am 21. Januar 2026 anlässlich des traditionellen Parteiengespräches diese und weitere Fragen gegenüber den Ortsparteien, dem Gewerbeverband sowie der Lesegesellschaft Eugst beantwortet und wie folgt Stellung genommen:
Der Gemeinderat bedauert die Rücktritte der beiden Gemeinderätinnen Fabienne Sutter und Simone Thoma. In den vergangenen drei Jahren kam es im Gemeinderat zu einigen Neuwahlen. Gleichzeitig sieht sich dieser in vielen Bereichen mit dringenden Herausforderungen konfrontiert. Etliches konnte angegangen und auch schon erreicht werden. Beispielsweise wurde in den letzten zwei Jahren ein neues Wasserreglement fertiggestellt und in Kraft gesetzt und das Wohn- und Pflegeheim Boden hat als erstes Wohn- und Pflegeheim im Kanton die Palliative Care-Zertifizierung erhalten. Ebenfalls haben die beiden Gemeinderäte Speicher und Trogen ihre Absicht erklärt, auch zukünftig am Wohn- und Pflegeheim Boden festzuhalten. Dabei handelt es sich um einen wichtigen und richtungsweisenden Entscheid, diesen Betrieb gemeinsam finanziell sowie politisch zu sichern und zu erhalten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten des Gemeinderates ist die Verbesserung des Finanzhaushalts der Gemeinde Trogen. Die Schulden sind weiterhin erheblich und stellen eine grosse Erschwernis im finanziellen Handlungsspielraum der Gemeinde dar. Ausserdem führen der Gemeinderat und die Verwaltung aktuell die Geschäftsverwaltungssoftware CMI ein. Diese Einführung ist unerlässlich für eine professionelle, effiziente und zukunftsgerichtete Verwaltungsarbeit, sie erfordert aber zu Beginn einen bedeutenden Effort.
Die folgenden Themenbereiche wurden am Parteiengespräch ebenfalls beleuchtet: Im Bereich der Gemeindefusionen bearbeitet eine Arbeitsgruppe des Gemeinderates die Vernehmlassungsantwort zum Fusionsgesetz des Kantons. Die bestehende Regelung 'Abstimmungsplakate auf gemeindeeigenem Boden' wurde erläutert. Detailfragen zur Prüfung der Eignungsgebiete 'Wintersportzone' konnten geklärt werden. Zudem gab der Gemeinderat Auskunft zum aktuellen Stand der Arbeiten bei der Temporegelung im Dorfkern.
Zum Fragekatalog der SP nimmt der Gemeinderat wie folgt Stellung: Im Spätsommer trat aufgrund des kurzzeitigen Ausfalls der Gemeindepräsidentin die Stellvertretungsregelung in Kraft. Die Stellvertretung durch den Vize-Gemeindepräsident und die Handlungsfähigkeit von Gemeinderat und Verwaltung waren sichergestellt. Der Gemeinderat hat jedoch bereits im vergangenen Herbst Verbesserungsbedarf und -möglichkeiten in der Organisation und in der Kommunikation festgestellt. Die gemeinsame Bearbeitung dieser Themenfelder wird im ersten Quartal 2026 starten.
Ob der Beschäftigungsgrad von 60 % für das Gemeindepräsidium ausreicht – wie von der SP in Frage gestellt –, kann nicht isoliert betrachtet werden. Die zur Verfügung stehenden Stellenprozente dürfen nicht nur auf das Gemeindepräsidium bezogen werden. Der gesamte Gemeinderat und auch die Verwaltung bewältigen eine sehr hohe Arbeitslast. Zusätzliche Ressourcen wären aus fachlicher Sicht wünschenswert, können aber derzeit aus finanziellen Gründen nicht eingesetzt werden. Gleichzeitig besteht ein Organisationsbedarf für und in der Verwaltung. Viele Aufgaben, Prozesse und Zuständigkeiten sind nicht klar definiert, weshalb sich der effektiv benötigte Ressourcenbedarf im Gemeinderat und in der Verwaltung nicht abschliessend beziffern lässt. Der Gemeinderat hat daher beschlossen, in einem nächsten Schritt ein Organisationsreglement auszuarbeiten, um damit Klarheit und Verbindlichkeit für die Tätigkeit von Gemeinderat und Gemeindeverwaltung zu schaffen.
In der Medienmitteilung zu den Rücktritten gab der Gemeinderat unter anderem bekannt, dass «unterschiedliche Auffassungen» in der Zusammenarbeit innerhalb des Gremiums zu den Rücktritten geführt haben. Verschiedene Ansichten und Meinungen gehören zur Arbeit in einem Gemeinderat. Unterschiedliche Perspektiven führen einerseits zu sachbezogenen Diskussionen und zu besseren und ausgewogenen Lösungen. Andererseits fordern solche Diskussionen alle Beteiligten auf verschiedenen Ebenen heraus. Dabei ist der persönliche Umgang miteinander im Rat zu kurz gekommen. Die Verantwortung dafür liegt bei allen Beteiligten.
Der Gemeinderat bedauert die Rücktritte von Simone Thoma und Fabienne Sutter sehr und bedankt sich bei den ausscheidenden Gemeinderätinnen für ihr grosses Engagement. Die verbleibenden Gemeinderätinnen und -räte werden sich weiterhin für eine gemeinsame, vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie für Stabilität und Kontinuität in der Gemeindeführung einsetzen.
Der Gemeinderat versteht die aktuelle Situation auch als Chance, die Zusammenarbeit und die Strukturen weiterzuentwickeln und die Gemeindeführung zukunftsgerichtet zu stärken. Ebenfalls plant er Gefässe zu schaffen für Gespräche auf persönlicher Ebene, welche den Zusammenhalt – ausgerichtet auf die gemeinsame Führung der Gemeinde – stärken.
Der Gemeinderat zeigt die verschiedenen Herausforderungen, denen er sich derzeit stellt, transparent auf. Diese Herausforderungen bieten grosse Gestaltungsmöglichkeiten, die Gemeinde Trogen fit für die Zukunft zu machen. In diesem Sinne zählt der Gemeinderat auf eine weiterhin lösungs- und zukunftsorientierte Beteiligung von Bevölkerung und Interessensgruppen sowie auf engagierte Bewerbungen für die Wahl von neuen Gemeinderatsmitgliedern am 12. April 2026.
GEMEINDEKANZLEI TROGEN